Distanz: 7,5 km
Marschzeit: 2 Stunden
Auf-/Abstiege: 347 m↗︎, 132 m↘︎
Start: Herzogenbuchsee, Sonnenplatz
Ziel: Oschwand (EBuxi-Haltepunkt)
Einkehren: Wirtschaft Oschwand, sonntags offen 10 – 20 Uhr.

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«Auch ein Kirchtürmlein gibt es da, ein winzig kleines, auf dem mächtigen, silbrigschwarzen Schindeldach des grossen Holzhauses mitts unten im Tälchen zwischen den Hügeln. Das Haus ist alles in einem, die ganze Kultur an einem Klüngel: Schulhaus, Gemeindehaus, Post, Schulmeisterwohnung, Kirche und Abdankungskapelle; denn vor den Fenstern, hart neben dem Turnplatz der Schuljugend, liegt das Totenäckerchen.»

So beschreibt Maria Waser (1878 – 1939), Schriftstellerin aus Herzogenbuchsee, das alles überragende Schulhaus in der kleinen Siedlung Oschwand. Als Mädchen begleitete sie ihren Vater, den Landarzt Walther Krebs, zur Krankenvisite dort hinauf. Sie benützten das Fuhrwerk, wir setzen die Füsse ein. Die Wanderung beginnt im Flachen und führt durch den kleinen Lööliwald nach Bollodingen. Dann gehts zickzack 100 Höhenmeter den bewaldeten Humberg hoch und weiter zum Weiler Spych. Dort wohnte Bruno Hesse, Maler und Sohn des Schriftstellers Hermann Hesse – und einen Kilometer weiter, hinter dem Wäldchen, sein Lehrer Cuno Amiet. Amiets Wohn- und Atelierhaus stehen noch heute unverändert gegenüber dem unterdessen erneuerten Schulhaus und der schmucken Wirtschaft Oschwand.

Dies wäre dann auch ein geeigneter Ort, die Wanderung ausklingen zu lassen. Doch halt, vorher noch ein Gang zum «Totenäckerchen». Denn dort liegt eine weitere der «grossen Frauen» von Herzogenbuchsee begraben, Lina Bögli (1858 – 1941). Die erste Reiseschriftstellerin der Schweiz, deren Bücher mit den Titeln «Vorwärts» und «Immer vorwärts» Bestseller waren, wurde hier oben geboren und verbrachte den letzten Lebensabschnitt nach ihren Reisen im alkoholfreien Gasthof Kreuz in Herzogenbuchsee. Mehr über Lina Bögli hier.

Fotos: Ruedi Eichenberger, amiet-hesse-weg.ch

Wirtschaft Oschwand

Grab von Lina Bögli