Güter- statt Personentransport

Statt Menschen bringt EBuxi in der aktuellen ausserordentlichen Lage ab sofort Waren an die Haustür: Zusammen mit der EWK Herzogenbuchsee hat das Ortsbustaxi einen Heimlieferdienst für den einheimischen Detailhandel und das Gewerbe auf die Beine gestellt. Die kostenlose Dienstleistung versteht sich als Hilfe für die ortsansässigen Betriebe und ihre Kunden. Nebst Herzogenbuchsee und Niederönz bedient EBuxi mit seinen freiwilligen Fahrerinnen und Fahrern auch die Nachbargemeinden. Der Personentransport bleibt zur Sicherheit von Kunden und Fahrpersonal bis auf weiteres eingestellt.

Die örtlichen Grossverteiler beteiligen sich aus personellen und logistischen Gründen nicht an dieser Dienstleistung. Auftraggeber sind gegenwärtig ausschliesslich die Gewerbebetriebe.  Einkaufsaufträge Privater nimmt EBuxi zurzeit nicht entgegen. Angehörige einer Corona-Risikogruppe, die nicht mehr selber einkaufen dürfen oder können, erhalten Unterstützung durch die Nachbarschaftshilfe der Reformierten Kirchgemeinde Herzogenbuchsee, Telefon 062 961 50 42.

EBuxi vorübergehend in der Garage

Ab 17. März sistiert  EBuxi den Personentransport. Zurzeit kann es mit seinen beiden E-Minivans die weiter verschärften Anforderungen des Bundes punkto Abstandhalten nicht erfüllen und will seine freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer – ein erheblicher Teil von ihnen älter als 65 Jahre – keinen erhöhten Risiken aussetzen. Die vorübergehende Betriebseinstellung ist aber möglicherweise nicht das letzte Wort: Stattdessen strebt EBuxi zusammen mit weiteren Freiwilligenorganisationen den Aufbau eines Heimlieferdienstes an. Dieser würde älteren Menschen den Einkauf von Lebensmitteln und anderen Gütern des täglichen Bedarfs abnehmen.

«Wie die Tugend aus der Not entstand»

Wie kam Herzogenbuchsee zu EBuxi, warum der Erfolg, welches die Stolpersteine? Wer mehr über das einzigartige Projekt wissen will, schaut in den ersten Jahresbericht hinein. «Wie die Tugend aus der Not entstand», heisst das erste Kapitel: «Aus der Not, gleichzeitig zu klein für einen Ortsbus und zu gross für ein Nullangebot zu sein, entstand die Tugend und die Innovation, den Ortsbusbetrieb mit Freiwilligen kostengünstig und umfassend anzubieten.»

Den ganzen Jahresbericht für das Startjahr 2019/2020 lesen Sie online hier.

EBuxi-GV: viele Fahrgäste und etwas höhere Preise

An ihrer ersten Generalversammlung freuten sich die Mitglieder des EBuxi-Trägervereins über gut 21’000 Passagiere in den ersten zehn Betriebsmonaten. Der grosse Publikumserfolg steigert aber auch die Kosten. Für ein nachhaltig finanziertes Ortsbustaxi beschlossen die 41 Besucherinnen und Besucher der GV deshalb einmütig eine moderate Preiserhöhung: Die Einzelfahrt kostet ab dem 1. Mai 4 statt 3 Franken, das Zehnerabo 30 statt 25 Franken und das Jahresabo 200 statt 150 Franken.

Mit durchschnittlich 70 Fahrgästen pro Tag, manchmal sogar deutlich mehr als 100, sind die Passagierfrequenzen heute fast doppelt so hoch als vor dem Start angenommen. «EBuxi ist ein grosser Erfolg», sagte Vereinspräsident Niklaus Indermühle an der GV. Der Publikumserfolg bedeutet aber auch zusätzlichen Aufwand für den Ausbau des Angebots und eine hohe Betriebsqualität.  So der Betrieb des neu angeschafften zweiten elektrischen Nissan-Minivans, die Kosten einer externen Telefonzentrale und die weitere Verbesserung der Betriebssoftware.

Die neuen Preise sollen nun für einige Zeit ausreichen: «Wir wollen keine jährlichen Preiserhöhungen», erklärte Vorstandsmitglied Hans Kaspar Schiesser. Offen und durch den Vorstand zu beschliessen ist, ob die  Kundinnen und Kunden die Kosten der Telefonbestellung in Form einer kostenpflichtigen 0900-Nummer mittragen sollen. So oder so setzt EBuxi darauf, dass noch mehr Reservationen über die App getätigt werden. Bereits heute tendiert der Anteil der App-Bestellungen gegen 70 Prozent.  

Zu verdanken ist der erfolgreiche Start von EBuxi, wie Schiesser im Jahresbericht betonte, der Freiwilligenarbeit der Fahrerinnen und Fahrer, der Unterstützung der Gemeinden Herzogenbuchsee und Niederönz, den örtlichen Partnern – allen voran der EWK als Fahrzeugsponsor –, den Starthilfen nationaler Institutionen über die Trägerorganisation «mybuxi» und dem ehrenamtlichen Vorstand. Mit der Erweiterung des Vorstands durch Silvio Strub wird die grosse Vorstandsarbeit nun auf einen Kopf mehr verteilt.

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Hören Sie hier einen Beitrag von Radio 32: «Das E-Buxi läuft wie gestört».
Lesern Sie den Bericht von Berner Zeitung / Langenthaler Tagblatt: «E-Buxi zahlt den Preis für den Erfolg»

 

Medienmitteilung zur EBuxi-GV

Verstärkung für EBuxi-Flotte

Aus eins mach zwei: Mit zwei identischen Elektro-Minivans ist EBuxi ab sofort noch präsenter. Ermöglicht hat den Kauf des zweiten Nissan e-NV200 Evalia das örtliche Versorgungsunternehmen EWK Herzogenbuchsee, das  bereits das erste Fahrzeug sponserte. Das neue Flottenmitglied dient als Verstärkungs- und Ersatzfahrzeug. In Spitzenzeiten kurven nun auch an Werktagen beide Siebenplätzer gleichzeitig durch Buchsi und Niederönz – nachhaltig und emissionsfrei. Damit ist EBuxi noch besser verfügbar.

Ersatzweise kommt weiterhin gelegentlich ein angemieteter VW e-Golf mit dem Logo von EBuxi zum Einsatz. Ausgeschieden aus der vollständig elektrifizierten Flotte ist die e-Rikscha. Das Gefährt war eine Attraktion, seine Einsatzmöglichkeiten erwiesen sich jedoch als zu beschränkt. Mit den beiden Minivans ist EBuxi auch für Tage mit grosser Nachfrage nach dem Ortsbustaxi-Dienst bestmöglich gewappnet.

Umfrage hilft EBuxi weiter zu entwickeln

Eine Umfrage bei Kunden und Nichtnutzern soll Erkenntnisse für den Ausbau des EBuxi-Angebots liefern. Sebastian Imhof von der Hochschule Luzern erklärt den Hintergrund.


Warum diese Umfrage?

Sebastian Imhof:  EBuxi ist eine interessante Lösung, um nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum zu fördern. Wir wollen mehr darüber erfahren, wie die Kunden das Angebot nutzen und was die Gründe für diese Nutzung sein können. Damit können wir einen Beitrag an ein innovatives Projekt leisten und helfen mit, es weiter zu entwickeln. Die Umfrage umfasst Nutzer und Nichtnutzer. Denn wir möchten auch wissen: Was braucht es, damit noch mehr Menschen EBuxi benützen?

Wer steht dahinter?

Wir vom Kompetenzzentrum Mobilität an der Hochschule Luzern führen die Umfrage im Auftrag von «mybuxi» durch, der Dachorganisation von EBuxi. Neue Mobilitätsformen interessieren uns sehr. Dabei untersuchen wir im Rahmen eines EU-Projektes nebst Bedarfsbussen wie EBuxi auch unterschiedliche Formen von Carpooling im ländlichen Raum.

Was ist denn Ihre Motivation?

Partei ergreifen wir nicht. Jedoch gehe ich von der These aus: Je besser wir im Alltag mehrere Verkehrsmittel kombinieren, je intermodaler wir also unterwegs sind, desto weniger benötigen wir ein eigenes Auto. Dies bringt die Schweiz dem Klimaziel 2050 näher. EBuxi ist ein wertvolles Glied in der Mobilitätskette. Ich betrachte es als Teil des öffentlichen Verkehrs. Angebote wie jene von mybuxi stärken auch den ländlichen Raum.


Nehmen Sie an der Umfrage teil
mit diesem Link.


Sebastian Imhof
(1991) ist Humangeograph, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Wirtschaft der Hochschule Luzern und Doktorand an der Uni Bern. In seiner Dissertation befasst er sich mit der ländlichen Mobilität im Zeitalter neuer Mobilitätsdienstleistungen. 

Lob aus Bundesbern für EBuxi

Ein flexibler öffentlicher Verkehr helfe das Klima schützen – und Rufbus- oder Sammeltaxiangebote wie jenes von  EBuxi passen bestens dazu. Das sagt Ueli Stückelberger, Direktor des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV). In der NZZ am Sonntag hatte Stückelberger das Ziel ausgerufen, den Anteil des ÖV am gesamten Verkehr bis 2040 von heute 20 auf 40 Prozent zu verdoppeln. Dies nicht zuletzt mit flexiblen Angeboten. «Der ÖV-Begriff könnte zum Beispiel auch auf Rufbusse oder Taxis erweitert werden, die am Abend die Reisenden von einem Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs bis nach Hause bringen», so Stückelberger.

Genau ein solches Angebot ist jenes von EBuxi. Der VöV-Chef kennt das Ortsbustaxi auf Freiwilligenbasis in Herzogenbuchsee: «Sie haben Grossartiges geleistet», schreibt er in einer E-Mail, mit der er zusätzliche Informationen über die Erfolgsfaktoren von EBuxi wünschte. Stückelberger zeigte sich in der NZZ am Sonntag auch überzeugt: Rufbusse oder eingebundene Taxis für die «letzte Meile» werten den öffentlichen Verkehr auf und sind auch finanziell attraktiv – für den ÖV und für seine Nutzer gleichermassen.

Acht Köpfe hinter EBuxi

Mit veränderter Vereinsspitze ist EBuxi ins neue Jahr gestartet. Hier auf einem Bild vereint der ehrenamtliche Vereinsvorstand und die teilzeitliche Disponentin: in der vorderen Reihe Nancy Canuto Diener, Niklaus Indermühle (Präsident), Adrian Schär, Ruedi Eichenberger; stehend hinten Carlo Wägli, Brigit Indermühle-Känzig (Disponentin), Donat Grogg und Hans Kaspar Schiesser.  Niklaus Indermühle hat nach gesundheitsbedingtem Unterbruch das Präsidium wieder übernommen. Carlo Wägli hat von Dennis Borgeaud das Finanzressort übernommen. Zusammen mit Hans Kaspar Schiesser hatte Borgeaud den Vorstand interimistisch geleitet. Beide waren Schlüsselpersonen beim Aufbau des Ortsbustaxis. Mit seinem Rücktritt hat sich «Nissu»  entlastet, mit  EBuxi bleibt er aber weiterhin verbunden.

Mehr über die Köpfe an der EBuxi-Spitze erfahren Sie hier.

Mit EBuxi mobil auch in der Festtagszeit

Auch über die Festtage fährst du mit uns von früh bis spät. EBuxi ruht nicht: In der Weihnachtszeit und über den Jahreswechsel gelten die üblichen Betriebszeiten. Am 24., 25., 26.und 31. Dezember 2019 sowie am 1. und 2. Januar sind die Fahrerinnen und Fahrer von EBuxi für dich da von 6.40 Uhr bis 0.40 Uhr.

Reservieren über die Telefonzentrale – und noch besser per App

«EBuxi, guten Tag»: Wenn du am Telefon eine solche Stimme hörst, dann gehört sie neu mit einiger Wahrscheinlichkeit der Disponentin einer externen Zentrale und nicht mehr einem Fahrer von EBuxi. Ab 9. Dezember wird deine telefonische Fahrtbestellung definitiv durch eine Telefonzentrale bearbeitet. Dies entlastet das freiwillige Fahrpersonal und trägt zu einem zuverlässigen Service bei. Einzig nach 17 Uhr sowie am Wochenende kommen die Anrufe auf die Nummer 076 761 90 90 weiterhin ins EBuxi-Fahrzeug.

Für dich als Kundin oder Kunde ist diese Dienstleistung einstweilen weiterhin gratis. Im Lauf des Jahres 2020 musst du aber für telefonische Reservationen mit einer Kostenbeteiligung rechnen. Das ist ein guter Grund, von der Bestellung über das Telefon auf jene per App umzusteigen. Es ist aber nicht der einzige. Mit der App hast du deine Buchungen und Fahrten stets im Griff. Du erfährst minutengenau, wann dein EBuxi kommt und wo es gerade steckt. Dann musst du zur vereinbarten Zeit nur noch am definierten Haltepunkt sein, der sich vor deiner Haustür oder ein, zwei Häuser weiter befindet.