Gegen 700 Fahrgäste in drei Wochen

Die Passagierzahlen von EBuxi entwickeln sich weiterhin positiv: In den ersten drei Betriebswochen hat das Ortsbustaxi für Herzogenbuchsee, Nieder- und Oberönz gegen 700 Fahrgäste befördert. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor, weil ein kleinerer Teil der Fahrten noch ohne die Betriebsinformatik abgewickelt und deshalb vom System nicht registriert wird. Noch führen digitale Kinderkrankheiten zu gelegentlichen Problemen mit der Bestell-App, von denen auch Kundinnen und Kunden betroffen sind.

Trotzdem erhalten die Fahrerinnen und Fahrer von EBuxi täglich Lob für das neue Angebot. Sie lassen sich von den Schwächen der Software nicht verdriessen und bemühen sich auch bei App-Ausfällen um einen zuverlässigen Service für die Kunden. Fahrgäste sind bisher kaum je stehen gelassen worden. Die Vorteile des digitalen Reservierens und digital unterstützten Fahrens erkennen nebst dem freiwilligen Fahrpersonal auch dieNutzer:  Jeden Tag laden neue Kundinnen und Kunden die  Bestell-App herunter. Unterdessen ist die Zahl der Downloads bei 450 angelangt.

Mit der E-Rikscha zur Kreuz-GV

Die Aktionäre und Aktionärinnen des «Kreuz» erhalten an der Generalversammlung einen Extraservice angeboten: Sie können sich am 24. Mai mit EBuxi zur GV chauffieren lassen und nach dem Anlass sicher wieder heimkehren. Für die Dauer der Veranstaltung wird der Standplatz vom Bahnhof zu Hammel Vins an der Lagerstrasse zügeln. Bei günstigem Wetter – und danach sieht es zurzeit aus – werden die Beucherinnen und Besucher neben dem E-Van auch in der E-Rikscha Platz nehmen können. 

Sicher reisen im Kindersitz

Neu stellt EBuxi für kleine Fahrgäste im E-Nissan einen Kindersitz zur Verfügung. Der Sitz kann an die Grösse angepasst werden und eignet sich für Kinder von ca. neun Monaten bis zwölf Jahren (9 bis 36 kg). Seine Benützung ist kostenlos. Bestellen Sie den Sitz bitte telefonisch vor. Dann haben Sie die Gewissheit, dass er für Ihre Fahrt dabei ist. Fix im Fahrzeug sind weiterhin zwei Sitzerhöhungen dabei. Sie können von Kindern ab ca. vier Jahren genutzt werden. 

Die E-Rikscha ist für den Transport von Kindern nicht ausgerüstet. Im regulären Betrieb wird sie aber vorderhand nicht eingesetzt.

Gut gestartet: die ersten zehn Tage

300 Passagiere hat EBuxi in den ersten zehn Betriebstagen befördert. Die meisten von ihnen haben das Ortsbustaxi pünktlich, zufrieden und oft sogar begeistert verlassen. Der Start ist also geglückt – trotz der Tücken der Fahrzeuginformatik, an die sich die 55 freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer noch gewöhnen mussten und die auch noch mit einigen Mängeln behaftet war.

Bereits am ersten offiziellen Betriebstag – Sonntag 28. April – nutzten mehr als 30 Personen den elektrischen Nissan-Minivan. Bisheriger Spitzentag war der Samstag, 4. Mai. Vor allem am späteren Abend war der Zustrom so gross, der Fahrer mit der Routeneingabe in die App nicht mehr nachkam und «auf Sicht» fuhr. Bereits etwa jede dritte Fahrt wird mit der App gebucht. Dies hat grosse Vorteile sowohl für Fahrgäste als auch für das Fahrpersonal. Die Flow-App wurde bereits mehr als 300-mal heruntergeladen. Alle Anrufe aufs Bestelltelefon 076 761 90 90 gelangen vorerst zu den Fahrerinnen und Fahrern, vorgesehen ist aber die Übergabe an eine Telefonzentrale mindestens zu Bürozeiten.

Noch nicht zum Einsatz kam bisher die E-Rikscha. Dafür gilt es auf besseres und wärmeres Wetter zu warten.

Sonntag 28 April 7.40 Uhr: der Start

Mit Hans Christen am Steuer hat das EBuxi-Zeitalter am Sonntag um 7.40 Uhr offiziell begonnen. Einige letzte Tipps von Fahrinstruktor Donat Grogg zum Umgang mit dem neu hinzugekommenen Fahrerhandy, welches das Tablet mit der Fahrer-App ergänzt – und los ging’s unter Applaus des vollständig anwesenden Vereinsvorstands und der Disponentin Marianne Peter.
Der Betriebsstart verlief ziemlich fulminant: Bereits in den beiden ersten Stunden waren vier Fahrten auszuführen. Erste Fahrgäste aus Oberönz hatten den E-Nissan mit der App bestellt, aber vergessen, die Abholung auf eine spätere Uhrzeit zu verschieben. Premierenfahrer Hans Christen und EBuxi-Präsident Niklaus Indermühle als sein Begleiter drückten ein Auge zu und fuhren zur Wunschzeit nochmals hin. Sie hielten auch an, als eine Seniorin den Ortsbus-Shuttle wie ein Taxi mit Handzeichen am Strassenrand stoppte. Sie habe halt keine App und kein Handy.

«Auf diesen Tag habe ich gewartet»

Blasmusikklänge, Bratwurstduft und gute Worte haben EBuxi an den Start begleitet. Vor dem Bahnhofgebäude gab es Reden, umrahmt durch die Musikgesellschaft Herzogenbuchsee, auf der einen Seite Bratwurst, Züpfe und Getränk, auf der andern Seite Schnupperfahrten mit dem elektrischen Nissan-Minivan und der E-Rikscha. «Auf diesen Tag habe ich gewartet», sagte eine Seniorin zu einem der freiwilligen Fahrer, «dank euch bekomme ich im Burgerland endlich eine Verbindung mit dem Dorfzentrum.»

Die Reden zur Eröffnung waren ebenfalls auf Freude gestimmt. «Herzogenbuchsee ist ein Schnellzug», sagte Andreas Kronawitter von «Flow on demand», dem Dach über EBuxi und weiteren kommenden Mobilitätsprojekten andernorts im Kanton Bern und der Schweiz. Tatsächlich hatte der Trägerverein den Betrieb innert eines knappen halben Jahres auf die Beine gestellt. EBuxi-Präsident und Tierarzt Niklaus Indermühle kam dies gelegentlich eher «wie eine schwere Kalbergeburt» vor. Gemeindepräsident Markus Loosli erblickte im Ortsbusersatz mithilfe Freiwilliger ein wegweisendes Projekt – vielleicht war auch deshalb der Langenthaler Stadtpräsident Reto Müller privat als Gast dabei. Freude am Pionierbetrieb zeigte auch Petra Breuer, Leitungsmitglied des Bundesamts für Verkehr. Sie rief den zahlreich aufmarschierten Buchserinnen und Buchser zu: «Nutzen Sie dieses Angebot!

Kommenden Sonntag gilt’s ernst

Der E-Van und seine Fahrerinnen und Fahrer sind startklar für den offiziellen Beginn des Betriebs am 28. April um 7.40 Uhr. Dies ist der eigentliche Betriebsstart nach den Schnupperfahrten am samstäglichen Eröffnungsanlass. Kundinnen und Kunden können ab sofort über die App Fahrten vorbestellen; das Reservationstelefon 076 761 90 90 ist ab Betriebsstart bedient. Am Bahnhof steht die Ladestation mit Haltestellentafel bereit, die gut 50 Fahrerinnen haben ihre Ausbildung hinter sich – und wenn die Fahrerinnen und Fahrer am Anfang für den Umgang mit der Software zum Steuern des Betriebs noch ein bisschen mehr Zeit brauchen, dann hoffen sie auf das Verständnis ihrer Fahrgäste.

Grosses Medienecho vor dem Start

«Einige Passanten staunten am Dienstag Vormittag nicht schlecht, als im Rahmen einer Medienkonferenz mit der neuen E-Rikscha ein paar Runden gedreht wurden.» So schreibt die BZ/Langenthaler Tagblatt heute über EBuxi. Auch in elektronischen Medien, so im Regionaljournal von SRF 1 und bei Radio 32, hat das einzigartige Projekt fünf Tage vor dem offiziellen Betriebsstart einen guten Widerhall gefunden.
«Wir sind optimistisch», sprach Projektleiter Hans Kaspar Schiesser mit Blick auf den Start ins SRF-Mikrofon. Und die Reporterin Martina Koch kommentiert: «Ohne eine gehörige Portion Optimismus wäre es wohl auch nicht gelungen, fürs EBuxi 50 Freiwillige zu finden.»

Lesen Sie den Beitrag in Berner Zeitung / Langenthaler Tagblatt vom 24. April hier.
Hören Sie den Beitrag im Regionaljournal von Radio SRF am 23. April hier.
Hören Sie den Beitrag auf Radio 32 am 23. April hier.

Abos jetzt online erhältlich

Eigentlich sind schon drei Franken für eine einzelne Fahrt mit EBuxi halb geschenkt. Doch es geht noch günstiger und auch bequemer mit einem Abo. Jahresabos sowie Karten für zehn Fahrten sind ab sofort online erhältlich.

Mit dem persönlichen «GA» fahren Sie für 150 Franken ein Jahr lang in Herzogenbuchsee, Ober- und Niederönz, wie Sie wollen. Mit der 10-Fahrten-Karte für 25 Franken verbilligt sich die einzelne Fahrt von 3 auf 2.50 Franken. Mit einem Abo müssen Sie zudem nie mehr Münz aus dem Portemonnaie klauben. Beide Abos erhalten Sie mit Rechnung nach Hause geschickt.

Bestellen Sie Ihr Jahres- oder 10-Fahrten-Abo hier.

Mitfesten am 27. April

Am Samstag, 27. April, feiert EBuxi den Betriebsstart. Ab 14 Uhr fahren E-Rikscha und E-Van gratis ab dem Bahnhofplatz. Und vorher, ab 11 Uhr, heizen am gleichen Ort schmissige Klänge, feurige Worte und Stärkendes in flüssiger und fester Form ein.

Die Musikgesellschaft Herzogenbuchsee würzt musikalisch den offiziellen Teil. Zu diesem gehören kurze Worte von EBuxi-Präsident Niklaus Indermühle, Gemeindepräsident Markus Loosli und Regionspräsidentin Charlotte Ruf. Und ein Auftritt der OL-Legende Simone Niggli-Luder. Was verbindet sie mit EBuxi? Man darf gespannt sein.