Sonntag 28 April 7.40 Uhr: der Start

Mit Hans Christen am Steuer hat das EBuxi-Zeitalter am Sonntag um 7.40 Uhr offiziell begonnen. Einige letzte Tipps von Fahrinstruktor Donat Grogg zum Umgang mit dem neu hinzugekommenen Fahrerhandy, welches das Tablet mit der Fahrer-App ergänzt – und los ging’s unter Applaus des vollständig anwesenden Vereinsvorstands und der Disponentin Marianne Peter.
Der Betriebsstart verlief ziemlich fulminant: Bereits in den beiden ersten Stunden waren vier Fahrten auszuführen. Erste Fahrgäste aus Oberönz hatten den E-Nissan mit der App bestellt, aber vergessen, die Abholung auf eine spätere Uhrzeit zu verschieben. Premierenfahrer Hans Christen und EBuxi-Präsident Niklaus Indermühle als sein Begleiter drückten ein Auge zu und fuhren zur Wunschzeit nochmals hin. Sie hielten auch an, als eine Seniorin den Ortsbus-Shuttle wie ein Taxi mit Handzeichen am Strassenrand stoppte. Sie habe halt keine App und kein Handy.

«Auf diesen Tag habe ich gewartet»

Blasmusikklänge, Bratwurstduft und gute Worte haben EBuxi an den Start begleitet. Vor dem Bahnhofgebäude gab es Reden, umrahmt durch die Musikgesellschaft Herzogenbuchsee, auf der einen Seite Bratwurst, Züpfe und Getränk, auf der andern Seite Schnupperfahrten mit dem elektrischen Nissan-Minivan und der E-Rikscha. «Auf diesen Tag habe ich gewartet», sagte eine Seniorin zu einem der freiwilligen Fahrer, «dank euch bekomme ich im Burgerland endlich eine Verbindung mit dem Dorfzentrum.»

Die Reden zur Eröffnung waren ebenfalls auf Freude gestimmt. «Herzogenbuchsee ist ein Schnellzug», sagte Andreas Kronawitter von «Flow on demand», dem Dach über EBuxi und weiteren kommenden Mobilitätsprojekten andernorts im Kanton Bern und der Schweiz. Tatsächlich hatte der Trägerverein den Betrieb innert eines knappen halben Jahres auf die Beine gestellt. EBuxi-Präsident und Tierarzt Niklaus Indermühle kam dies gelegentlich eher «wie eine schwere Kalbergeburt» vor. Gemeindepräsident Markus Loosli erblickte im Ortsbusersatz mithilfe Freiwilliger ein wegweisendes Projekt – vielleicht war auch deshalb der Langenthaler Stadtpräsident Reto Müller privat als Gast dabei. Freude am Pionierbetrieb zeigte auch Petra Breuer, Leitungsmitglied des Bundesamts für Verkehr. Sie rief den zahlreich aufmarschierten Buchserinnen und Buchser zu: «Nutzen Sie dieses Angebot!

Kommenden Sonntag gilt’s ernst

Der E-Van und seine Fahrerinnen und Fahrer sind startklar für den offiziellen Beginn des Betriebs am 28. April um 7.40 Uhr. Dies ist der eigentliche Betriebsstart nach den Schnupperfahrten am samstäglichen Eröffnungsanlass. Kundinnen und Kunden können ab sofort über die App Fahrten vorbestellen; das Reservationstelefon 076 761 90 90 ist ab Betriebsstart bedient. Am Bahnhof steht die Ladestation mit Haltestellentafel bereit, die gut 50 Fahrerinnen haben ihre Ausbildung hinter sich – und wenn die Fahrerinnen und Fahrer am Anfang für den Umgang mit der Software zum Steuern des Betriebs noch ein bisschen mehr Zeit brauchen, dann hoffen sie auf das Verständnis ihrer Fahrgäste.

Grosses Medienecho vor dem Start

«Einige Passanten staunten am Dienstag Vormittag nicht schlecht, als im Rahmen einer Medienkonferenz mit der neuen E-Rikscha ein paar Runden gedreht wurden.» So schreibt die BZ/Langenthaler Tagblatt heute über EBuxi. Auch in elektronischen Medien, so im Regionaljournal von SRF 1 und bei Radio 32, hat das einzigartige Projekt fünf Tage vor dem offiziellen Betriebsstart einen guten Widerhall gefunden.
«Wir sind optimistisch», sprach Projektleiter Hans Kaspar Schiesser mit Blick auf den Start ins SRF-Mikrofon. Und die Reporterin Martina Koch kommentiert: «Ohne eine gehörige Portion Optimismus wäre es wohl auch nicht gelungen, fürs EBuxi 50 Freiwillige zu finden.»

Lesen Sie den Beitrag in Berner Zeitung / Langenthaler Tagblatt vom 24. April hier.
Hören Sie den Beitrag im Regionaljournal von Radio SRF am 23. April hier.
Hören Sie den Beitrag auf Radio 32 am 23. April hier.

Abos jetzt online erhältlich

Eigentlich sind schon drei Franken für eine einzelne Fahrt mit EBuxi halb geschenkt. Doch es geht noch günstiger und auch bequemer mit einem Abo. Jahresabos sowie Karten für zehn Fahrten sind ab sofort online erhältlich.

Mit dem persönlichen «GA» fahren Sie für 150 Franken ein Jahr lang in Herzogenbuchsee, Ober- und Niederönz, wie Sie wollen. Mit der 10-Fahrten-Karte für 25 Franken verbilligt sich die einzelne Fahrt von 3 auf 2.50 Franken. Mit einem Abo müssen Sie zudem nie mehr Münz aus dem Portemonnaie klauben. Beide Abos erhalten Sie mit Rechnung nach Hause geschickt.

Bestellen Sie Ihr Jahres- oder 10-Fahrten-Abo hier.

Mitfesten am 27. April

Am Samstag, 27. April, feiert EBuxi den Betriebsstart. Ab 14 Uhr fahren E-Rikscha und E-Van gratis ab dem Bahnhofplatz. Und vorher, ab 11 Uhr, heizen am gleichen Ort schmissige Klänge, feurige Worte und Stärkendes in flüssiger und fester Form ein.

Die Musikgesellschaft Herzogenbuchsee würzt musikalisch den offiziellen Teil. Zu diesem gehören kurze Worte von EBuxi-Präsident Niklaus Indermühle, Gemeindepräsident Markus Loosli und Regionspräsidentin Charlotte Ruf. Und ein Auftritt der OL-Legende Simone Niggli-Luder. Was verbindet sie mit EBuxi? Man darf gespannt sein.

Standplatz am Bahnhof steht bereit

Die Bodenmarkierung zeigt: Dies wird die Basis von EBuxi sein. Mit gelber Farbe ist der frühere Taxistandplatz vor dem Bahnhof Herzogenbuchsee zum Mittelpunkt des Ortsbustaxi-Betriebs mutiert. In Kürze folgt neben dem neuen Standplatz auch noch eine Ladestation für die Elektrofahrzeuge mit Haltestellentafel. Dass am Boden die Schablone für das «u» verdreht worden ist, war wohl Absicht: Schliesslich ist EBuxi auch in jeder Hinsicht ein einzigartiges Projekt.

App: nun auch Vorbuchen möglich

Neben der Sofortbuchung erlaubt unsere Bestell-App ab sofort auch Vorreservationen. Solche sind bis zu sieben Tage vor der gewünschten Fahrt möglich. Diese Funktion wertet die App spürbar auf.

Bei EBuxi wird die App zurzeit ausschliesslich in der Fahrerausbildung verwendet. Die Fahrerinnen und Fahrer finden sie im Google Play Store (für Android) und im Apple Store (für iOS) unter dem Suchbegriff «Flow on demand». Auf den Start von EBuxi am 27. April hin wird der Download dann öffentlich angeboten, mit QR-Codes auf Werbemitteln und auch über die Website.

Der Abholdienst wird zunächst auf der Basis von rund 200 Haltepunkten in Herzogenbuchsee, Nieder- und Oberönz funktionieren. Die Fahrgäste erwarten das Fahrzeug zur vereinbarten Zeit eventuell einige Häuser von ihrer Wohnadresse entfernt. Als «Rückfallebene» wird die Fahrer-App zusätzlich deren Wohnadresse und gegebenenfalls Telefonnummer anzeigen. Diese wichtige Zusatzfunktion wird voraussichtlich ab dem zweiten Betriebsmonat zur Verfügung stehen. Zum Überbrücken der «Durststrecke» verspricht der Softwarelieferant Shotl eine Übergangslösung.

Ein halbes Hundert Chauffeure in Ausbildung

Die aktuell 53 registrierten freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer sind das Herz von EBuxi. Sie rüsten sich engagiert für den Betriebsstart am 27. April – zuerst in zwei Infoabenden Ende März sowie Anfang April und nun individuell in Fahrtrainings, in denen sie auch den Umgang mit der Fahrerapp und der Bestellapp üben. Für die Lernfahrten sind Vorstandsmitglieder von EBuxi und zusätzliche Helfer im Einsatz. 

Die beiden Fahrzeuge von EBuxi werden mit einem fest installierten iPad-Tablet und einem Smartphone ausgerüstet sein. Die Fahrerinnen und Fahrer empfangen tagsüber alle Fahraufträge via Bestellapp oder Telefon über die Fahrerapp auf dem Tablet. Ausserhalb der Betriebszeiten der Telefonzentrale empfangen sie Telefonbestellungen über das Mobiltelefon des Fahrzeugs. Für die Telefonzentrale könne wir mit dem Dahlia Panoramapark zusammenarbeiten.  

Power-Rikscha im Anmarsch

Ergänzend zum E-Van von Nissan wird EBuxi auch eine Rikscha mit Elektromotor einsetzen. Das brandneue Modell, welches das Berner Unternehmen Rikschataxi AG gegenwärtig in Tschechien und Bayern produzieren lässt, ist ein bisher nicht erlebter Kraftprotz. Klassische E-Bikes und auch die heute in Bern eingesetzten Rikschas haben Standardmotoren mit 250 Watt Leistung, die neue Rikscha-Generation bringt es aber auf 4000 Watt.

Die EBuxi-Rikscha soll aber nicht Fussgänger und Velofahrer gefährden. Deshalb ist das Fahrzeug auf 25 km/h abgeregelt. Dank des kräftigen Motors werden aber auch «normale» Fahrerinnen und Fahrer mit zwei Passagieren den Kilchrain ohne nasse T-Shirts schaffen.